Zeckenzeit in Deutschland: Wann sind Zecken aktiv?

Die meisten Zecken sind in Deutschland von April bis Juni aktiv, besonders im Mai und Juni. Im Juli bleibt die Aktivität häufig hoch. Im März steigt sie an, im August und September liegt sie meist im mittleren Bereich. Mildes, feuchtes Wetter kann die Zeckenzeit verlängern; auch im Winter sind einzelne Funde möglich.
Für einen Ausflug ist der Monat allein zu ungenau. Temperatur, Regen der letzten Tage, Feuchtigkeit in der bodennahen Vegetation und der konkrete Aufenthaltsort entscheiden mit. Deshalb kombiniert die aktuelle Zeckenprognose den typischen Jahresverlauf mit Wetterdaten für sieben Referenzregionen.
Wie aktiv sind Zecken derzeit?
Die Prognose verbindet die typische Zeckenzeit mit dem Wetter der vergangenen sieben Tage und dem Ausblick für die nächsten Tage. Wählen Sie die Region, die Ihrem Aufenthaltsort am nächsten liegt.
Aktualisiert: 18.07.2026, 13:35 UhrViele Zecken können aktiv sein
In den letzten Tagen fiel kaum Regen. Schattige Laub- und Waldrandbereiche können dennoch Restfeuchte halten.
Trockene Vegetation verringert die offene Aktivität; schattige Waldränder bleiben relevanter.
- Regen der letzten 7 Tage
- 0,1 mm
- Feuchte in geschützter Vegetation
- trocken
- Temperatur heute
- 16,7 bis 22,5 °C
Wie wichtig ist Zeckenschutz für Ihren Ausflug?
Die Umgebung macht einen großen Unterschied. Wählen Sie aus, ob Sie beispielsweise durch Unterholz gehen oder auf einem befestigten Weg bleiben.
An Waldrändern ist Zeckenschutz heute besonders wichtig
Für Mitteldeutschland gilt: Die aktuellen Bedingungen begünstigen dort viele aktive Zecken. Beim Streifen durch Unterholz oder hohes Gras können Zecken von bodennahen Pflanzen auf Schuhe, Hosenbeine oder Haut gelangen.
Warum heute? In den vergangenen sieben Tagen fielen nur 0,1 mm Regen. Offene Flächen sind damit eher trocken; unter Laub und in schattiger Randvegetation kann sich dennoch Restfeuchte halten.
Für diesen Aufenthalt sinnvoll:- Auf breiten Wegen bleiben und feuchte, überhängende Randvegetation möglichst nicht streifen.
- Geschlossene Schuhe tragen und die Hosenbeine bei längerem Aufenthalt in die Socken stecken.
- Danach besonders Knöchel, Kniekehlen, Leisten und Haaransatz kontrollieren.
Ausblick für Mitteldeutschland
So wird die Zeckenprognose berechnet
Die Planungshilfe bewertet, wie günstig das Wetter für aktiv wartende Zecken ist. Grundlage sind der typische Monatsverlauf, sieben zurückliegende Tage sowie heute und die kommenden drei Tage. Temperatur, Feuchtigkeit und Regen ergeben zusammen einen Hinweis für bodennahe Vegetation.
Der Rückblick nutzt Tagesmesswerte der Wetterdienste an einem repräsentativen Messpunkt je Region; der Ausblick nutzt DWD-MOSMIX-Modellwerte. Das sind punktbezogene Werte, keine flächendeckende Messung. Mikroklima, Vegetation, Wildtiere und lokale Zeckendichte können wenige Meter weiter deutlich abweichen. Die Anzeige ist daher eine Planungshilfe und keine medizinische Risikoprognose.
Datenquellen und Aktualisierung
Ausblick: Deutscher Wetterdienst. Rückblick: DWD Climate Data Center, GeoSphere Austria und MeteoSwiss Open Data. Eigene Aufbereitung; DWD-Daten unter CC BY 4.0. Verwendeter DWD-Modelllauf: 18.07.2026, 11:00 Uhr.
Wetterdaten: DWD, GeoSphere Austria und MeteoSwiss · eigene Aufbereitung
Zeckenaktivität von Januar bis Dezember
Die folgende Monatsübersicht bezieht sich vor allem auf den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus), dem Menschen in Deutschland besonders häufig begegnen. Sie beschreibt die typische aktive Wirtssuche an Gräsern, Kräutern oder niedrigen Sträuchern – nicht die Zahl aller im Boden oder Laub vorhandenen Zecken.
Januar
sehr niedrigGefrorener Boden und anhaltender Frost bremsen die Wirtssuche stark. Bleibt der Boden mehrere Tage frostfrei und werden etwa 4 bis 7 °C erreicht, können dennoch einzelne Zecken aktiv sein.
Februar
sehr niedrigDer Februar ähnelt meist dem Januar. Nach einem milden Winter kann die Aktivität in geschützten Waldrand- und Laubbereichen gegen Monatsende bereits steigen.
März
mittel, deutlich steigendSobald der Boden frostfrei bleibt und die Temperaturen wiederholt mild sind, beginnt die Zeckensaison in vielen Regionen spürbar. Nach kalten Wintern und in Höhenlagen setzt der Anstieg später ein.
April
hochMilde Temperaturen und noch feuchte Böden sind für den Gemeinen Holzbock günstig. Ab jetzt sollte das Absuchen nach Kontakt mit Gras, Laub oder Unterholz zur Routine gehören.
Mai
sehr hochDer Mai zählt zu den Monaten mit dem höchsten Zeckenaufkommen. Viele Zecken warten in der bodennahen Vegetation, während sich zugleich mehr Menschen in Garten, Wald und Wiese aufhalten.
Juni
sehr hochIm Juni liegt die Zeckenaktivität gewöhnlich auf dem Jahreshöchststand. In feuchten Jahren hält diese Phase bis weit in den Sommer an, besonders an schattigen Waldrändern.
Juli
hochAuch im Juli sind häufig viele Zecken aktiv. Bei anhaltender Hitze und Trockenheit ziehen sie sich öfter in die feuchtere Boden- und Laubschicht zurück; im schattigen Unterholz bleibt die Aktivität höher.
August
mittelNach heißen und trockenen Wochen sind weniger Zecken offen an der Vegetation aktiv. Feuchte Waldstücke, Bachläufe und schattige Gärten bleiben relevant; Regen kann die Aktivität wieder erhöhen.
September
mittelKühleres, feuchteres Wetter kann regional einen Herbstanstieg auslösen. Eine ausgeprägte zweite Spitze tritt jedoch nicht an jedem Standort und nicht in jedem Jahr auf.
Oktober
eher niedrigDie Aktivität nimmt gewöhnlich ab. An milden, frostfreien Tagen bleiben Zecken in feuchten und windgeschützten Bereichen auf Wirtssuche.
November
niedrigMeist sind nur wenige Gemeine Holzböcke aktiv. Längere milde Phasen ermöglichen einzelne Funde; zusätzlich kann im Herbst die für Hunde wichtige Auwaldzecke auftreten.
Dezember
sehr niedrigBei gefrorenem Boden findet kaum aktive Wirtssuche statt. Bleibt es länger mild und frostfrei, sind einzelne Zeckenfunde trotzdem möglich.
Welches Wetter bedeutet mehr oder weniger Zecken?
Mehr aktive Zecken
Mildes, feuchtes und schattiges Wetter begünstigt die aktive Wirtssuche. Besonders günstig sind mehrere frostfreie Tage, feuchte Böden und eine Laub- oder Pflanzenschicht, die vor Sonne und Wind schützt. Nach Regen kann die Aktivität in zuvor trockener Vegetation wieder steigen.
Weniger offene Aktivität
Anhaltende Hitze und Trockenheit bedeuten meist weniger aktiv wartende Zecken an der Vegetationsoberfläche. Zecken verlieren Wasser und ziehen sich in geschützte Boden- und Laubschichten zurück. Weniger sichtbare Aktivität bedeutet daher nicht, dass keine Zecken vorhanden sind.
Frost und starker Regen
Gefrorener Boden bremst die Wirtssuche deutlich. Eine Schneedecke beseitigt Zecken jedoch nicht. Starker Regen kann die offene Aktivität vorübergehend hemmen, hält den Lebensraum anschließend aber länger feucht.
Ein trockener, voll besonnter Rasen kann im Juli wenig günstig sein, während wenige Meter weiter am feuchten Waldrand viele Zecken aktiv bleiben. Die Prognose bewertet deshalb Wetter und Jahreszeit; der Rechner ergänzt den Pflanzenkontakt.
Wo trifft man besonders häufig auf Zecken?
Viele Zecken warten dort, wo es bodennah feucht bleibt und regelmäßig Tiere vorbeikommen. Entscheidend ist der Kontakt zu niedriger Vegetation.
- Waldränder, Lichtungen und Waldwege mit dichter Randvegetation
- Unterholz, feuchte Laubschichten und ungemähte Wiesen
- Böschungen, Bachränder, naturnahe Parks und Gärten
- Hohes Gras, Kräuter und niedrige Sträucher entlang schmaler Wege
Weniger günstig sind trockene, offene und stark besonnte Flächen. Auf befestigten Wegen und kurz gemähtem trockenem Rasen ohne Kontakt zur Randvegetation ist eine Begegnung weniger wahrscheinlich. Wer im Mai auf einem breiten Weg bleibt, kann deshalb weniger Kontakt haben als jemand, der im feuchten Oktober durch kniehohes Gras läuft.
Gibt es in Süddeutschland grundsätzlich mehr Zecken?
Zecken kommen in ganz Deutschland vor. Süddeutschland wird oft mit hohem Zeckenrisiko verbunden, weil dort viele FSME-Risikogebiete liegen. Diese Karte zeigt jedoch das regionale Risiko für die Übertragung des FSME-Virus – nicht, wo grundsätzlich die meisten Zecken leben.
Eine deutschlandweite Untersuchung an 83 Standorten fand hohe Dichten des Gemeinen Holzbocks unter anderem in küstennahen Regionen mit milden Wintern und feuchten Frühjahren sowie in Mittelgebirgen. Auch Norddeutschland kann daher ein hohes Zeckenaufkommen haben. Lebensraum und aktuelles Wetter sind für eine Begegnung oft aussagekräftiger als die Himmelsrichtung.
Zecken im Winter: Gibt es sie im Dezember, Januar und Februar?
Ja. Zecken im Winter sind möglich, ihre Aktivität ist aber meist sehr niedrig. Anhaltender Frost und gefrorener Boden verhindern gewöhnlich die aktive Wirtssuche. Unter Laub, Schnee und bodennaher Vegetation können Zecken geschützt überleben.
Bleibt der Boden mehrere Tage frostfrei und wird es ungefähr 4 bis 7 °C warm, können einzelne Tiere aktiv werden. Nach Gartenarbeit, Waldspaziergängen oder einem Hundespaziergang durch hohes Gras lohnt sich deshalb auch an milden Wintertagen eine Kontrolle.
Wann ist Zeckenschutz besonders wichtig?
Von April bis Juli sollte bei Aufenthalten in Wald, Wiese, Unterholz und naturnahen Gärten grundsätzlich mit aktiven Zecken gerechnet werden. Im Mai und Juni ist die Aufmerksamkeit besonders wichtig. In den übrigen Monaten entscheidet das Wetter stärker mit.
- Geschlossene Schuhe sowie lange, möglichst helle Kleidung tragen.
- Ein ausdrücklich gegen Zecken ausgewiesenes Repellent nach Etikett anwenden.
- Nach Naturkontakt Körper und Kleidung gründlich absuchen.
- Kniekehlen, Leisten, Achseln, Bauchnabel, Ohren und Haaransatz besonders prüfen.
- Bei Kindern zusätzlich den gesamten Kopf kontrollieren.
- Auch Hunde und andere Haustiere nach Spaziergängen absuchen.
Bei vielen Schutzmitteln unterscheiden sich die angegebenen Schutzzeiten gegen Mücken und Zecken. Maßgeblich ist die konkrete Produktkennzeichnung.
Zecke gefunden: früh und richtig entfernen
Eine festgesogene Zecke sollte möglichst früh mit einer feinen Pinzette oder einem geeigneten Zeckeninstrument dicht über der Haut gefasst und langsam herausgezogen werden. Anschließend die Einstichstelle desinfizieren und beobachten. Öl, Klebstoff, Creme oder Abbrennen sind ungeeignet.
Bei einer größer werdenden ringförmigen Rötung, Fieber, starken Krankheitszeichen oder neurologischen Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Das gilt auch bei einer deutlich entzündeten Einstichstelle.
Die kurze Antwort für die Ausflugsplanung
Mit den meisten Zecken ist in Deutschland von April bis Juni zu rechnen, besonders im Mai und Juni. Im Juli bleibt das Aufkommen häufig hoch. März, August und September liegen meist im mittleren Bereich. Oktober und November bringen gewöhnlich weniger aktive Zecken; Dezember, Januar und Februar sind die schwächsten Monate. Mildes, feuchtes Wetter und schattige Vegetation erhöhen die Aktivität, während anhaltende Trockenheit und gefrorener Boden sie verringern.
Häufige Fragen zur Zeckenzeit
Wann beginnt die Zeckensaison in Deutschland?
In vielen Regionen steigt die Aktivität im März deutlich. Nach einem milden Winter kann sie früher beginnen, in Höhenlagen oder nach längerem Frost später.
In welchem Monat gibt es die meisten Zecken?
Mai und Juni erreichen im typischen Jahresverlauf die höchsten Werte. April gehört bereits zur Hauptphase, im Juli bleibt die Aktivität häufig hoch.
Sind Zecken bei Regen aktiv?
Leichter Regen und die Feuchtigkeit danach können den Lebensraum begünstigen. Sehr starker Regen kann die offene Wirtssuche kurzfristig bremsen. Nach dem Regen bleiben Laub und schattige Vegetation oft länger feucht.
Bei welcher Temperatur werden Zecken aktiv?
Einzelne Gemeine Holzböcke können bereits an frostfreien Tagen bei ungefähr 4 bis 7 °C aktiv werden. Am günstigsten ist ein mildes, feuchtes Mikroklima; eine starre Temperaturgrenze gibt es nicht.
Ist die Zeckenprognose eine medizinische Risikovorhersage?
Nein. Sie schätzt günstige Bedingungen für die aktive Wirtssuche ab. Lokale Zeckendichte, Erregerverbreitung, Vegetation und persönliches Verhalten können davon abweichen.
Fachliche Quellen
- Robert Koch-Institut: Fragen zu Zecken, Zeckenstich und Infektion
- Springer et al. 2025: Deutschlandweite Untersuchung zu Dichte und saisonaler Aktivität
- Probst et al. 2023: Winteraktivität von Zecken in Deutschland
- Brugger et al.: Wetter, Lebensraum und Aktivität des Gemeinen Holzbocks in Deutschland
- Kiewra et al.: Wettereinfluss über den aktuellen Tag sowie zwei und sieben zurückliegende Tage
- ECDC: Lebensraum und klimatische Bedingungen von Ixodes ricinus
- Infektionsschutz.de: Schutz vor Zecken und richtiges Entfernen